Silvster-Bäume satt Böller. Lindenallee in der Uckermark

Silvester: Bäume statt Böller

Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern und die Grüne Liga e. V. laden zum Jahreswechsel mit „grünem Gewissen“ ein.

Zum zehnten Mal ruft der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit dem Bundesverband der Grünen Liga dazu auf, auf den Kauf von Feuerwerkskörpern an Silvester zumindest teilweise zu verzichten und dafür einen kleinen Betrag in Klimaschutz und Umweltbildung zu investieren.

Silvester – Bäume statt Böller

Mit der Botschaft „Bäume statt Böller“ regen die Initiatoren zum Kauf von Waldaktien zum Einzelpreis von zehn Euro an. Mit dem Erwerb von zwei Waldaktien in Höhe von je zehn Euro können auf einer Fläche von zehn Quadratmetern Bäume gepflegt werden, welche die im Urlaub von einer vierköpfigen Familie verursachten Kohlendioxid-Emissionen ausgleichen. Mit Hilfe der Waldaktien konnten 15 sogenannte Klimawälder eingerichtet werden. „Die Waldaktie ist eine Alternative zum Silvesterknaller. Wer an Silvester zwanzig Euro seines Budgets für das Feuerwerk in zwei Waldaktien investiert, tut etwas Gutes für die Umwelt, indem er Müllberge, Lärm und den Ausstoß von Kohlendioxid reduziert“, erklärte Bernd Fischer, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes.

Buchenwald. Bäume statt Böller an Silvester
Foto © Andreas Riedmiller Silvester-Baume-statt.Boeller.

Noch immer steigen die jährlichen Silvesterumsätze um mehrere Millionen Euro. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) rechnet damit, dass in der Silvesternacht mehr als 130 Millionen Euro in Form von Feuerwerkskörpern in den Himmel geschossen werden.

Die deutschlandweit verbrauchten 10.000 Tonnen Feuerwerk setzen einer im Auftrag der Allianz Versicherung vor einigen Jahren erstellten Studie zufolge etwa 2.300 Tonnen Kohlendioxid frei, sodass statistisch gesehen zu Silvester auf jeden Bundesbürger rund 25 Gramm CO2 entfallen.

Lindenallee in der Uckermark - Silvester - Bäume statt Böller
Foto © Andreas Riedmiller Lindenallee in der Uckermark

Lieber in die Zukunft investieren

„Alljährlich werden zur Jahreswende Tausende von Euro buchstäblich in die Luft gejagt. Von dem dabei entstehenden Müll und der Luftbelastung ganz zu schweigen. Mit der Aktion ‚Bäume statt Böller‘ rufen wir wieder dazu auf, in unsere Zukunft zu investieren, statt in dieses sehr kurzweilige ‚Vergnügen‘. Jeder Baum leistet einen wichtigen Beitrag für unser Klima. Er reinigt die Luft, bindet Schadstoffe und Kohlendioxid und bietet Nahrung sowie Lebensraum für zahlreiche Tiere“, erklärte der Bundesvorsitzende der Grünen Liga, Dr. Torsten Ehrke, und ruft zum Kauf von Waldaktien zum Erhalt der Wälder Mecklenburg-Vorpommerns auf.

Silvester - Bäume statt Böller
Foto © Bruchweiden-Salix fragilis  im Naturschutzgebiet mit Europadiplom in der Weltenburger Enge. Buchenwald im Naturschutzgebiet mit Europadiplom in der Weltenburger Enge.

Waldaktien statt Böller

Mit Hilfe des Umweltbildungsprojektes Waldaktie, das vor neun Jahren vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern, dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes sowie vom Landesforst MV initiiert wurde, konnten inzwischen rund 78.000 Waldaktien im Natururlaubsland Mecklenburg-Vorpommern verkauft werden. Waldaktien als Alternative zu Silvesterknallern können unter www.waldaktie.de bestellt werden.


 

Lindenblatt

Text: Pressetext von Judith Prechtl des Tourismusverband MV

4 Kommentare zu “Silvester: Bäume statt Böller

  1. Feinstaub bleibt in der Atemluft:

    Durch Feuerwerk entsteht Feinstaub. In einer Silvesternacht sind das rund 4.000 Tonnen, wie das Umweltbundesamt angibt. Das entspricht etwa 15 Prozent der jährlich im Straßenverkehr freigesetzten Feinstaubmenge. An Silvester ist die Luftbelastung somit häufig vor allem in Städten so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. Winzige Feinstaubpartikel können die Atemwege reizen und auf Dauer die Lungenfunktion stören – besonders gefährlich für Asthmatiker. (Quelle: ZDF heute-journal https://www.zdf.de/nachrichten/heute/hauptsache-es-knallt-102.html )

  2. Feinstaub: Lange unbeachtet auch Hausbrand und veraltete Holzöfen sind Dreckschleudern.

    http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-361049.html

  3. Peter Kayser

    Zum Jahreswechsel wünschen wir uns (das ist auch gut so), ein glückliches, gesundes und erfolgreiches 2018 Jahr. Jedoch der Jahreswechsel hört auf und beginnt mit Geldverschwendung, Umweltzerstörung, Leid und Ausbeutung von Kindern der 3. Welt. Sie haben keine Fingernägel mehr. Ihre Hände sind verätzt. Arme und Gesicht sind von Brandnarben gezeichnet. Lungen unwiderruflich geschädigt. Circa 70 000 Kinder arbeiten in Indien in der Feuerwerksindustrie. Laut dem Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi fangen die Kinder schon mit fünf Jahren an. Zehn- bis Zwölfjährige arbeiten bis zu 13 Stunden am Tag – sechs Tage die Woche. Sie verdienen nur einen Bruchteil von dem, was die erwachsenen Arbeiter bekommen, sind aber bei ihrer Arbeit einer extremen Gefahr ausgesetzt.

    Lobenswert ist die Initiative des Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern und der Grünen Liga e. V. so etwas ohne den Titel der „Grünen Hauptstadt“ zu initiieren. Essen könnte das nicht eins zu Eins übernehmen. Uns fehlt einfach die Fläche dafür. Aber: „Straßenbäume statt Böller“. Das wäre eine Maßnahme zum Nachklang der „Grünen Hauptstadt“ denn Straßen gibt es genug hier in Essen, aber auch schlechte Luft. Wie in vielen anderen Großstädten auch.

    • Danke Peter für Deinen Kommentar und den wichtigen Hinweis wie Böller durch Kinderarbeit in Indien produziert werden. Das sollten alle wissen, die immer noch Böller kaufen.

      In Großstädten sind Bäume wichtig. Sie filtern mit ihren Blättern Feinstaub aus der Luft und bilden mittels Blattgrün und Sonnenlicht (Photosynthese) Sauerstoff. Bäume sind für das Kleinklima wichtig, sie spenden im Sommer Schatten und schützen vor zu starkem Sonnenlicht. Der Blick auf einen Baum, der alle Jahreszeiten spiegelt, stimmt mich positiv.

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