Biosphärenreservat Ins lVilm

Natur erleben: Rügen – Exkursion zur Insel Vilm

Die kleine Insel Vilm im Greifswalder Bodden ist ein Naturerlebnis! Sie hieß: die Malerinsel. Caspar David Friedrich verewigte sie in seinem Bild: „Landschaft mit Regenbogen“. Carl Gustav Carus malte dort die „Eichen am Meer“. Viele Landschaftsmaler der Romantik ließen sich dort inspirieren.

Einsiedler waren im 13. Jahrhundert die ersten Menschen auf der Insel. Danach wurde der Eichen-Buchen-Wald als Hutewald für Vieh genutzt. Im 19. Jahrhundert hatte Fürst Malte I. zu Putbus dort sein Jagdrevier. Der Wald blieb unangetastet, der Fürst schätzte ästhetische Waldbilder. Die mächtigen Baumkronen der Eichen und Buchen durften sich zur vollen Schönheit entfalten. 400 Jahre lang fand keine geregelte Forstwirtschaft statt. Deshalb konnte sich bis heute dieses Naturrefugium erhalten.

Seit 1936 steht die Insel Vilm unter Naturschutz. Während der DDR-Zeit war die Insel 30 Jahre für Minister und deren Familien reserviert. Mit reetgedeckten Häusern baute man eine kleine Feriensiedlung im Stil eines Fischerdorfes. Für Anwohner war die Insel Vilm Sperrgebiet.


Natur erleben auf der Insel Vilm - Rügen. Fotografiert von Andreas Riedmiller.
Natur erleben auf der Insel Vilm - Rügen. Fotografiert von Andreas Riedmiller.

 


Natur erleben auf der Insel Vilm

Vilm gehört zum Biosphärenpark Südost-Rügen. Heute dürfen Besucher die Insel im Rahmen einer Führung besuchen. Ich habe Glück und darf mich einer Exkursion anschließen. Mit „Julchen“ einer umgebauten Hamburger Hafenbarkasse setzen wir von Lauterbach in fünfzehn Minuten nach Vilm über.

Seit 1991 ist hier eine Außenstelle des Bundesamtes für Naturschutz. Die ehemaligen Ferienhäuser dienen heute der internationalen Naturschutzakademie als Seminarhäuser.

Hier treffen sich Politiker, Wissenschaftler, Theologen und Philosophen. Sie suchen in der Ruhe und Abgeschiedenheit der Insel nach Lösungen: Wie können die letzten Naturgebiete und die Ökologie unseres Planeten in Zukunft besser geschützt werden?

Wir gehen die Südseite entlang. Die Nordseite der Insel ist Totalreservat und für alle gesperrt. Im Feriendorf von Honecker und Ulbricht möchten die Teilnehmer der Exkursion gerne wissen, wo sie wohnten, wo sie baden gingen, wo sie saunierten… Unser Guide erzählt einige lustige Geschichten aus dieser Zeit, dann führt unser Weg weiter über den drei Kilometer langen Uferrundweg.

Wir erfahren von unseren Guide die Geschichte der Insel. Herr Kuhfuss kennt alle Tiere und Pflanzen, die hier leben. Besonders interessant finde ich die Erzählung vom extrem kalten Winter 1995-1996. Die Ostsee war zugefroren. Packeis und spitze Eisschollen, türmten sich in dieser Bucht bis zu zwölf Meter hoch auf.

Wie geht die Natur mit solchen Extremen um? Seevögel, Enten und Schwäne frieren manchmal über Nacht fest. Der schlaue Fuchs hat ein leichtes Spiel. Er packt nicht sofort zu. Er schleicht stundenlang um sein Opfer herum und wartet bis seine Beute langsam verendet. Der Seeadler ist viel zupackender. Für ihn bereitet der Winter ein gefundenes Fressen aus. Eingefrorene Seevögel erspäht er aus der Luft, und schnell sind auch andere Seeadler zur Stelle. Sie kämpfen um das blutige Opfer, um sich satt zu fressen. Die Natur funktioniert nicht nach menschlichem Maßstab. Die Natur ist nicht romantisch, es geht ums Überleben.

 


 

Natur erleben auf der Insel Vilm - Rügen. Fotografiert von Andreas Riedmiller.

 

 

 

 

 

Natur erleben auf der Insel Vilm - Rügen. Fotografiert von Andreas Riedmiller.

 

 

 

 

 

Natur erleben auf der Insel Vilm - Rügen. Fotografiert von Andreas Riedmiller.

 

Natur erleben auf der Insel Vilm - Rügen. Fotografiert von Andreas Riedmiller.

 

Natur erleben auf der Insel Vilm - Rügen. Fotografiert von Andreas Riedmiller.

 

Natur erleben auf der Insel Vilm - Rügen. Fotografiert von Andreas Riedmiller.

 

Natur erleben auf der Insel Vilm - Rügen. Fotografiert von Andreas Riedmiller.

 

Natur erleben auf der Insel Vilm - Rügen. Fotografiert von Andreas Riedmiller.

 

 


Meine Baummotive finde ich vom Wegesrand aus. Vilm ist ein großartiges Erlebnis. Vom Uferweg aus hat man wunderbare Einblicke in den Urwald oder über die Steilküste zur Ostsee.

Von März bis Oktober finden ab dem Hafen Lauterbach fachkundige Exkursionen zur Insel Vilm statt. Pro Tag dürfen nicht mehr als 30 Personen die Insel betreten.

Mein Rat: Wenn Sie bei einer Exkursion dabei sein wollen, sollten Sie rechtzeitig buchen!

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Rüchen Insel Vilm

Vielen Dank an Fahrtziel Natur der Kooperation mit BUND, NABU, VCD, Deutscher Bahn.

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