Fachwerkstadt Quedlinburg

Harz: Quedlinburg die Perle des Ostens

Die UNESCO Welterbestadt Quedlinburg ist ein Glanzpunkt auf unserer Reise in den Harz. Darauf freu ich mich. Wir gehen zuerst hoch auf den Schlossberg und genießen den Blick über die historische Altstadt.

Alles ist echt und kein Museum

Thomas Bracht von Quedlinburg Tourismus erklärt uns die Stadt. Die mittelalterliche Altstadt von Quedlinburg ist das größte Flächendenkmal der UNESCO. Über 2000 renovierte Fachwerkhäuser, aus sechs Jahrhunderten, drängen sich dicht an dicht. Nach der Wendezeit waren die überwiegend baufälligen Häuser für wenig Geld zu erwerben. Thomas Bracht: „Aber dann waren mindestens 150 000 Euro für die denkmalgerechte Sanierung nötig. Nur wer im Bau geschickt war und vieles selber machen konnte, für den kam es kostengünstig.“ Die Bauherren steckten viel Liebe und Engagement in ihre Fachwerkhäuser.

Heute ist Quedlinburg eine lebendige Stadt, mit einem großen Kulturangebot. Die Stadt ist wie ein Schmuckkästchen hergerichtet. Alles ist echt und kein Museum, das ist den Einwohnern wichtig. Quedlinburg war nach Berlin die Stadt mit dem höchsten Sanierungsbedarf. Heute leben 6500 Menschen im Stadtzentrum und kümmern sich um den Erhalt der historischen Bausubstanz.

In den modernisierten, historischen Fachwerkhäusern haben die Besitzer Ferienwohnungen eingebaut.  „Tourismus ist zur wichtigen Einnahmequelle geworden. Das ist gut für Arbeitsplätze in dieser Stadt und wichtig zum Erhalt der Gebäude. Denn auf Dauer ist die historische Bausubstanz Quedlinburgs mit öffentlichen Stadtsanierungsmitteln nicht zu finanzieren,“ sagt Thomas Bracht.

Mit großen Augen durch die Stadt

Wir gehen den Schlossberg hinunter und verlieren uns in den schmalen Gassen .In dem alten Stadtensemble gibt es viel zu entdecken. Offene Einfahrten führen mich in verwunschene Hinterhöfe, die mit wildem Wein und Efeu bewachsen sind. Darin finde ich modern designte, popfarbene Türen und Fenster als Fotomotiv. Daneben ursprüngliches Ambiente wie in alten Zeiten. Das ist geglückte Renovierung und ein wahrer Augenschmaus. Auf Kopfsteinpflaster gehe ich von Gasse zu Gasse und entdecke Neues. Eine Vielfallt, die mich überrascht! Es gibt kleine Läden mit Kunsthandwerk und Straßencafes. Der Duft von frisch gebackenen Waffeln verführt zum Bleiben. Ich setze mich unter den duftenden Flieder und lasse mir eine dicke Waffel mit Sahne schmecken.

„In der Adventszeit ist das romantische Quedlinburg mit Gästen überfüllt. Dann muss die Stadt 30 000 Besucher zusätzlich verkraften. Der Verkehr macht uns am meisten Sorgen. An manchen Tagen brauchen wir Stellplätze für 220 Busse. Die Menschen sollten mit dem Zug anreisen, wir arbeiten eng mit der Bahn zusammen um die Besucher mit günstigen Angeboten auf die Bahn zu lenken. Im Februar ist die ruhigste Zeit. Dann kommen viele Rheinländer zu uns, die dem Karneval entkommen wollen“ sagt Thomas Bracht.

Schlossberg und Stiftskirche Sankt Servatius

Der hohe Schlossberg atmet deutsche Geschichte aus jedem Stein. Die romanische Stiftskirche St. Servatius ist das weithin sichtbare Wahrzeichen Quedlinburgs. In der Krypta liegen die sterblichen Überreste von Sachsenkönig Heinrich I. Bestattet wurde er im Jahre 936. Neben ihm liegt seine Frau Mathilde die als Heilige verehrt wird. Der aus purem Gold und Edelsteinen gestaltet Domschatz ist nebenan in einem Museum zu besichtigen. Mit der Königswahl Heinrichs I. wurden die Grundlagen zum Entstehen des ersten deutschen Staates gelegt. Wer als Deutscher seine Wurzeln erforschen möchte ist hier an diesem Ort richtig.

Am besten schließen Sie sich einer Führung an,  um den Schlossberg und die Servatiuskirche kennenzulernen. Kurzweilig und kenntnisreich erzählt unser Guide viele Geschichten und Anekdoten aus der Zeit der Ottonen. Wir hören von Äbtissinnen, die höhere Töchter von Adeligen ausbildeten, um sie als begehrte Bräute unter die Haube zu bringen. Wir erfahren die Baugeschichte der bedeutendsten romanischen Kirche St. Servatius. Der romanische Innenraum der Kirche Sankt Servatius begeistert mich. Dieser Raum ist ein „Meisterwerk der Romanik“ und strahlt heute noch eine besondere, spirituelle Atmosphäre aus.

Sehenswertes nahe von Quedlinburg

Nahe bei Quedlinburg sind noch andere UNESCO Welterbestätten. In Eisleben ist die Martin Luther Gedenkstätte. Einen Besuch wert ist das Fagus-Werk in Aalfeld. Es wurde 1911 vom Bauhausbegründer Walter Gropius errichtet. Der Bau gilt weltweit als Ursprung der Moderne. Bis heute findet in diesem Glas-Stahl-Gebäude Industrieproduktion statt. Das ist für ein UNESCO Weltkulturerbe einmalig. Auch einen Abstecher nach Goslar sollten  Sie nicht versäumen.

Mit der Selkebahn zum Brocken

In fünfeinhalb Stunden bringt Sie diese Schmalspurbahn im täglichen Linienverkehr auf den Brocken. Seit 1896 fährt sie fauchend und zischend diese 140 Kilometer durch Wiesen, Wälder und Auenlandschaften auf den höchsten Punkt im Harz.

Wenn Sie möchten, können Sie mitten im Wald aussteigen und ein Stück auf dem Selketalsteig wandern. Diese Wanderroute führt auf 14 – 24 Kilometer langen Tagesetappen durch Felder und Täler. Vorbei geht der Pfad an Kulturgütern, Schlössern und Burgen. Übernachtung und Gepäcktransport werden für Sie bestens vororganisiert.g

Mein Tipp:

Besuch der Lyonel-Feininger-Galerie. Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Sie ist dem Werk Lyonel Feininingers gewidmet.

 

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Luchsspur
Der Luchs zieht wieder seine Spur durch den Harz

 


MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG VON FAHRTZIEL NATUR. die Kooperation von DB und den drei großen Umweltverbänden – dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD). Suchen Sie Spielwaren? Meine Empfehlung Spielwaren Bendert, Breite Straße 53 in Quedlinburg, Tel. 03946/2354.


  1. Hallo Herr Riedmiller,

    schöner Bericht und noch tollere Bilder sind das geworden, von dem Besuch in Quedlinburg. Ein kleiner Hinweis – der Quedlinburger Tourismusmanager heißt Thomas Bracht 😉

    Mit besten Grüßen aus dem Harz
    Christin Faust

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