Alpenvergissmeinnicht - Myosotis alpestris

Alpen: Geschützte Alpenpflanzen

Liebevoll gestaltete Neuauflage eines Klassikers. Die Härchen sind so fein, dass das Auge sie kaum erkennen kann. Der zarte Flaum umhüllt nicht nur die Blätter der Frühlingsküchenschelle, sondern ihren Stängel und ihre Blütenblätter. Unmöglich, so etwas naturgetreu wiederzugeben. Für Stefan Caspari ist es möglich. In akribischer, tagelanger Feinstarbeit hat der Münchner Kunstmaler und Fotograf die Pflänzlein portraitiert. Die Pulsatilla vernalis, wie die Küchenschelle wissenschaftlich korrekt heißt, ist Teil des neuen Plakats „Geschützte Alpenpflanzen“. Herausgeber ist der der Deutsche Alpenverein (DAV) gemeinsam mit den Partnerorganisationen aus Österreich (OeAV) und Südtirol (AVS). Mitherausgeber ist der Verein zum Schutz der Bergwelt. „Mit diesem Plakat wollen wir zeigen, wie schön, aber auch wie sensibel die Pflanzenwelt und ihr Lebensraum in den Alpen ist,” sagt Jörg Ruckriegel. Er ist DAV-Ressortleiter für Natur- und Umweltschutz und möchte mit diesem Plakat auf sinnliche Art und Weise anregen, Alpenpflanzen zu schützen.


DAV Plakat mit geschützten Alpenpflanzen
© DAV Plakat Geschützte Alpenpflanzen

Winzige Pflanzen und großartige Leistung

Das Plakat gibt zu jedem Portrait den deutschen Namen der Pflanzen und die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung auf Latein an. Ebenso die Blütezeit der jeweiligen Art, sowie die Höhenlage, in der sie gedeiht. Das zeigt, welch erstaunliche Fähigkeiten manche von ihnen mitbringen. So wächst beispielsweise die Behaarte Primel (Primula hirsuta) sowohl auf 1500 Metern als auch auf 3600 Metern. Diese Leistung übertrifft nur der Gletscherhahnenfuß (Ranunculus glacialis) und der Gletscher- oder Alpen-Mannsschild (Androsace alpina). Diese Pflanzenarten haben ein “Frostschutzmittel” in ihren Blättern. Damit können sie noch bis in 4000 Metern Höhe überleben.

Auf diesem Plakat gibt es viel zu entdecken

Je länger der Betrachter auf das Plakat blickt, umso mehr kann er finden. Jeder Pflanze ist ein kleines farbiges Dreieck zugeordnet, blau, rosa oder beides. „Die Dreiecke geben an, in welchem Teil der Alpen und in welchem Gestein die Pflanzen zu Hause sind“, erklärt Dr. Klaus Lintzmeyer. Er ist Vorstandsmitglied des Vereins zum Schutz der Bergwelt und Mitherausgeber des Plakats. Das Prinzip: „Blau steht für die nördlichen und südlichen Kalkalpen mit basischem Gestein. Rot für das saure Urgestein der Zentralalpen. Die Anordnung auf dem Plakat gibt die Wuchsstandorte wieder: Links stehen jene Arten, die basisches Milieu bevorzugen, rechts jene, die sich im sauren Boden wohlfühlen. In der Mitte sind die, die beides mögen.”

Kunstmaler und Biologe: Ein bewährtes Duo

Um die Pflanzen naturgetreu wiedergeben zu können, waren Fotos nicht ausreichend. Stefan Caspari brauchte die Originale. Er bekam sie vom Botaniker Dr. Thomas Schauer. Der ehemalige Ingenieurbiologe und Botaniker des Bayerischen Landesamtes für Wasserwirtschaft und der Kunstmaler in dritter Generation sind ein bewährtes Duo. Sie haben mehrere Pflanzenführer herausgegeben. Für die aktuelle Zusammenarbeit war Thomas Schauer den kompletten Sommer 2013 unterwegs. Er hat mehr als 5000 Kilometer und viele Höhenmeter zurückgelegt. Schauer musste die „Pflanzenmodelle“ in den Alpen finden und er wollte sie nur dort mitnehmen, wo sie in größerer Anzahl wuchsen.

Erstes Plakat von 1903

Das neue Plakat steht in einer langen Tradition. Bereits 1903 brachte der Verein zum Schutz der Bergwelt, die erste Version heraus. Ihr folgten fünf weitere. Eine von ihnen erschien 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg. Für die aktuelle, siebte Auflage, wurde das Einzugsgebiet erweitert: Erstmals sind geschützte Pflanzen der südlichen Kalkalpen vertreten.


Das Plakat gibt es zu kaufen

Das neue Alpenpflanzenplakat wurde in einer Auflage von 7000 Exemplaren gedruckt. Bald wird es in Alpenvereins- und anderen Schutzhütten, sowie in Gaststätten aushängen. Unter www.dav-shop.de  wie auch im Alpinen Museum auf der Praterinsel in München ist es erhältlich. Quelle © DAV

 


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