Alpenverein: Studie zur Schneesicherheit in Bayern

Schneesicherheit in Bayern – alles andere als sicher!

Wie schneesicher sind die bayerischen Skigebiete? Das Institut für Geografie der Universität Innsbruck hat eine Studie erstellt. Robert Steiger hat sie beim DAV in München vorgestellt.

In 20 Jahren ist nur noch die Hälfte aller bayerischen Skigebiete „schneesicher“. Am meisten betroffen sind alle tiefer gelegenen Skigebiete des Allgäus. Nur noch Fellhorn und Nebelhorn sind schneesicher. Alle anderen Skigebiete im Allgäu sind es nur noch bedingt.

Zukunft des Winter-Tourismus im Allgäu – auch ohne Schneekanonen?


Eine Schneekanone im Einsatz
Foto © Andreas Riedmiller Oberstdorf im Allgäu, Schneekanone im Einsatz zur Vorratsbeschneiung

Der Grund: Der Klimawandel schreitet voran. Je wärmer es wird, desto mehr ist man auf Kunstschnee angewiesen. Und der kostet. Denn Beschneiungsanlagen sind teuer und schaden der Umwelt.

Expertenwissen: Hier ist die komplette DAV Studie mit allen Informationen!

Die Zukunftsaussichten für viele Skigebiete sehen nach dieser Studie düster aus. Wintertourismus und Beschneiung mit Kunstschnee sind eng aneinander gekoppelt. Ohne künstlich erzeugten Pistenschnee keine Gäste im Winter, so ist die vorherrschende Meinung bei Touristikern. Viele befürchten das Ende ihres Geschäfts im Winter.

Ein Hotelier aus dem Kleinwalsertal meint: „Fehlt der Schnee, packen viele Gäste schnell ihre Sachen ein und reisen wieder ab. Wir haben uns vorbereitet auf das Wintergeschäft. Wir haben Personal eingestellt, Waren eingekauft. Und dann bleiben wir auf den Kosten sitzen. Einige Hotels gingen deswegen schon Pleite!“

„Da sind zwei Seelen in meiner Brust“ sagt er noch: „Ich bin nicht für Schneekanonen, doch heute sichern sie meinen Betrieb. Aber es kommen zu wenig Gäste, die ein nachhaltiges und naturnahes Wintererlebnis suchen.“


Schneekanonen in Jungholz
Foto © Gerd Heidorn Schneekanonen in Jungholz


Zukunft sichern! Umsteuern!

Hanspeter Mair, Geschäftsbereichsleiter für Hütten, Naturschutz und Raumodnung beim DAV, appelliert an die Verantwortlichen in Politik. Man müsse die steuerliche Förderung von Beschneiungsanlagen beenden und dafür sanftere Tourismusprojekte intensiver fördern, damit mehr Gäste diese Angebote nutzen. Er fordert dazu auf, rechtzeitig umzusteuern. Man müsse jetzt in nachhaltige Projekte investieren. Nur das könne die Zukunft sichern. Man muss sich unabhängig machen vom reinen Skitourismus, so Mair.

DAV Pressetermin, Vorstellung der Beschneiungsstudie. Robert Steiger (l.) und DAV Geschäftsführer Hanspeter Mair (r.)
Robert Steiger (l.) und DAV Geschäftsbereichsleiter für Hütten, Naturschutz und Raumordnung, Hanspeter Mair (r.)

 

 


Expertenwissen:

Cipra: „…. Der Flächenanteil an beschneibaren Pisten steigt insgesamt rasant an….“

Alpenschutzgemeinschaft Cipra informiert über Beschneiungsanlagen

OECD: “ …Die Alpen sind besonders anfällig für den Klimawandel, und die Erwärmung fiel dort in jüngster Zeit ungefähr dreimal so stark aus wie im weltweiten Durchschnitt. Die Jahre 1994, 2000, 2002 und vor allem 2003 waren die wärmsten, die in den Alpen, in den letzten 500 Jahren verzeichnet wurden…..“ (Quelle: OECD Studie Klimawandel in den Alpen 2007.)

 

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