Uckermark - Gollmitz

Uckermark: Hutewald im Boitzenburger Tiergarten

Auf der Radrunde komme ich an den Ruinen des ehemaligen Zisterzienserklosters vorbei. Heute noch sind die Gemäuer einiger Wirtschaftsgebäude, des Konvents und der Klosterkirche aus dem Jahre 1269 sichtbar.

Dieser Ort hat für mich eine Art „Gedächtnis“. Im Innern meine ich die Aura und Mystik dieser Ruine zu spüren. Ich stelle mir vor, wie Zisterzienserinnen in Gebetsstühlen saßen und sich kontemplativ Gebet und Gesang widmeten oder im großen quadratischen Garten Kräuter und Gemüse anbauten. Die Zisterzienserinnen brachten den Einwohnern die Kunst des Garten- und Obstbaus bei. Im nahegelegenen Teich war eine Karpfenzucht. Ein Hügel in der Nähe des ehemaligen Klosters wird heute noch „Weinberg“ genannt.

Ruinen eines alten Zisterzienserklosters
Ruinen eines alten Zisterzienserklosters

Das ist Vergangenheit. Nach der Säkularisation im Jahre 1538 übernahm der Adelige von Arnim das Klostergebäude. Die endgültige Plünderung und Zerstörung des Klosters erfolgte im Dreißigjährigen Krieg. Mich faszinieren heute die riesigen Eichen, die zwischen den Backsteinmauern herauswachsen.

Der Sage nach soll hier die letzte Nonne namens „Susanna“ jeden Tag abends trauernd unter einer alten Eiche gesessen haben. Nach Ihrem Tod wurde sie an diesem Baum bestattet, der seitdem „Susannaeiche“ genannt wird.


700 jährige Eiche (Quercus robur) im Boitzenburger Tiergarten
Foto © Andreas Riedmiller 700 jährige Eiche (Quercus robur) davor Thomas Volpers  im Boitzenburger Tiergarten
Quercus robur
Foto © Andreas Riedmiller Stieleiche – Quercus robur
Deutsche Eiche - Quercus robur
Foto © Andreas Riedmiller Stieleiche – Quercus robur
Alte Eichen im Boitzenbuger Tiergarten
Alte Eichen im Boitzenbuger Tiergarten

Park der Charakterbäume

Bei den Klosterruinen beginnt der Wanderweg in den Boitzenburger Tiergarten. Es gibt über 700 große Solitärbäume. Hauptsächlich Stieleichen, auch Buchen, Linden und einzelne Ulmen. Der Hutewald ist als kulturhistorisches Naturdenkmal seit 1981 unter Schutz gestellt.

Früher wurden Schweine und Vieh zur Eichelmast in diesen Wald getrieben. Diese Wirtschaftsform wurde über Jahrhunderte betrieben. Damit die herrschaftlichen Jagden einfacher waren, hat man später aus diesem Wald ein Wildgatter gemacht. In der Zeit von 1921 bis 1945 wurden hier Wisente gezüchtet. Die Waldweide verhinderte, dass sich Unterholz entwickelt. Aus diesem Grund konnten Eichen und andere Baumarten über Jahrhunderte weit ausladende Baumkronen bilden.


Zisterzienserkloster Ruine im Boitzenburger Tiergarten
Foto © Andreas Riedmiller Zisterzienserkloster Ruine im Boitzenburger Tiergarten
700 Jahre alte Eiche - Quercus robu
Foto © Andreas Riedmiller Naturführer Thomas Volpers bei der 700 Jahre alten Eiche – Quercus robur mit 7,10 Meter Stammumfang
Huteiche im Boitzenburger Tiergarten
Foto © Andreas Riedmiller Huteiche im Boitzenburger Tiergarten

Diese sehenswerten Charakterbäume sind das Markenzeichen des Boitzenburger Tiergartens. Der umfangreichste Stamm einer etwa 800jährigen Eiche hat in Brusthöhe mehr als sieben Meter. Wer jemals unter so einer Jahrhunderteiche stand, wird das Erlebnis nicht so schnell vergessen. Der Boitzenburger Tiergarten wird wie ein Schatz gepflegt. Junge Eichen werden aufgepäppelt und nachgepflanzt.

Im nahegelegenen Mühlenteich wurden schon Schwarzstörche gesichtet. Es gibt auch Eulen, Waschbären und den seltenen Hirschkäfer im Eichenwald.

Mein Tipp:

Ein Besuch lohnt sich. Mit Naturführer Thomas Volpers erleben Sie den Boitzenburger Tierpark noch intensiver. Er erklärt die biologische Zusammenhänge und zeigt Besonderheiten, die allein kaum zu entdecken sind. Nehmen Sie am besten einen Fotoapparat oder den Zeichenblock in den Boitzenburger Hutewald mit. Sie finden reizvolle Naturmotive.


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Stieleiche - Quercus robur
Frucht der Stieleiche – Quercus robur

Mit Unterstützung von Uckermark- und Brandenburgtourismus


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