Direktvermarktung

Baden-Württemberg: Regionalisierung und Landschaftspflege

Direktvermarktung, Landschaftspflege und Regionalisierung sind im Schwarzwald wichtig. Ein Hahn kräht noch, doch Kuhfladen und einen Misthaufen sucht man vergeblich vor dem Armbrusterhof bei Berghaupten. Dafür begrüßt ein blühender, fein duftender Kräutergarten die Gäste an der Hofeinfahrt. Neue Ideen für Produkte und Wissen um Heilkräuter und deren Verwendung wurde zur Grundlage für Angebote am Hof.

Armbrusterhof: Führungen, Kochkurse und Brunch

Die Kräuterpädagogin Ulrike bietet Führungen und Kochkurse an. Ihr Wissen ist gefragt. Dabei vermittelt sie, wie mit natürlichen, regionalen Zutaten köstliche Speisen zubereitet und Lebensmittel haltbar gemachen werden. Sie stellt Kräuterpesto, Senf, schmackhafte Öle und spezielle Essigsorten her, bäckt Brot, das unvergleichlich gut schmeckt. Dazu kommen Kräuterliköre und Brände sowie eine Auswahl an selbstgemachten Wurstwaren und Schwarzwälder Schinken, die im Hofladen verkauft werden.

„Wenn eine Stalltüre zugemacht wird, wird sie nie wieder aufgemacht“:

sagt Ulrike Armbruster. Auch im Schwarzwald ist die Landschaftspflege das Sorgenkind der Kommunen. Die Wiesen zwischen den Wäldern werden durch landwirtschaftliche Nutzung und Beweidung freigehalten. Wenn sich Landwirtschaft nicht lohnt und aufgegeben wird, holt sich der Wald diese Flächen zurück. „Dort, wo die Landschaft gepflegt wird, gibt es Tourismus. Landschaftspflege und Tourismus sind voneinander abhängig. Wo kein Tourismus, da gibt es bald keine Gasthöfe mehr. Da lohnt sich keine Busverbindung. Dann kann alles kippen. Was bleibt, ist Landflucht. Deswegen ist es wichtig, den verbleibenden Landwirten im Schwarzwald eine Zukunft zu geben“, meint  Ulrike Armbruster. www.armbruster-berghaupten.de

Ulrike Armbrust
Ulrike Armsbruster

Ospelehof: Käsereibesichtigung und Raclette – Abende

In der Hof- und Schaukäserei werden verschiedene Käsesorten produziert. Bergkäse, Schnittkäse, Weich- und Frischkäse vermarktet Martin Braun direkt. Die Molke dient als Grundlage für Kosmetikprodukte. Daneben bietet der Hof Schwarzwälder Schinken, Bauernspeck und Hausmacherwurst an .

Im urigen, mit Kuhfellen ausgestatteten Highlander- Stüble finden Raclette- Abende statt. Einem ökologischen Anbauverband will sich Martin Braun nicht anschließen: „Ich will mein eigener Herr auf dem Hof bleiben. Jeder kann mit eigenen Augen sehen, dass hier nachhaltig und ökologisch produziert wird“. www.ospelehof.de

Ospelehof – Martin Braun

Naturpark – Marktscheune Berghaupten

Ulrich Müller ist Bergbauer, Marktleiter und Inhaber der Naturpark– Marktscheune. „Wer als Landwirt in Zukunft in diesen engen Schwarzwaldtälern überleben möchte, der muss seine Produktion diversifizieren und regionalisieren. Der Verbraucher muss wissen, dass er mit dem Kauf von regional erzeugten Produkten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser Landschaft beiträgt.“

Das Konzept der Naturpark-Marktscheune ist erfolgreich. Etwa 60 Bauern aus der Region beliefern kontinuierlich die Marktscheune. Integriert ist ein Cafe und der Naturpark Informationsstand. Gegenseitige Synergien bringen Vorteile. Geplant ist, dieses erfolgreiche „Naturpark–Marktscheune“ Konzept in andere Regionen des Schwarzwaldes auszuweiten.

„Echt Schwarzwald“

In Zusammenarbeit mit den Naturparken wurde die Marke „Echt Schwarzwald“ ins Leben gerufen. Mit dieser Marke werden Erzeugnisse von Betrieben der Naturparkregion versehen. Anspruchsvolle Erzeugerkriterien sorgen dafür, dass die Tiere artgerecht gehalten werden. Strenge, unangemeldete Betriebsprüfungen garantieren die Einhaltung dieser Erzeugerrichtlinien. Ziel ist, durch Qualitätssteigerung den Landwirten ein höheres Einkommen zu verschaffen. Damit erhöht sich die Chance, dass Landwirte nicht aufgeben und traditionell gewachsene Kulturlandschaft weiterhin bewirtschaftet und somit erhalten bleibt.

Marktscheune Berghauptes – Ulrich Müller

Marke: Schmeck den Schwarzwald

Naturparkwirte haben sich verpflichtet, mindestens drei regionale Gerichte und ein Regiment auf die Speisekarte zu bringen. „Schmeck den Schwarzwald“ lautet das Motto! 
Synergien zwischen Gastronomie und Landwirtschaft dienen dem Erhalt der Kulturlandschaft und des bäuerlichen Erbes in der Region.

Seit jeher bevorzugt Walter Wimmer Regionalprodukte. Fleischwaren bezieht er direkt von seinem Metzger. So ist nachvollziehbar, wie die Tiere gehalten werden und von welchem Bauern die Produkte kommen. Geschmack und Qualität stimmen. In der Küche des Hotel Adler im Bärental entstehen daraus individuelle Kreationen.

Zunehmend möchten Gäste umweltfreundlich reisen. Fahrtziel Natur bietet Komplettangebote, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Das Hotel Adler darf das begehrte EMAS Umweltsiegel der EU tragen. EMAS ist ein anspruchsvolles Programm, das Betriebe dabei unterstützt, umweltfreundlicher zu werden. Inzwischen haben sich mehr als Hundert Hotels im Schwarzwald EMAS angeschlossen.

 Regionalprodukte:

  • Marke „Echt Schwarzwald“
  • Verein  Bauerngarten- und Wildkräuterland Baden e.V.
  • Naturpark – Marktscheune in Berghaupten
  • Naturpark-Wirte
  • Brunch auf dem Bauernhof
  • Naturpark-Genussmessen
  • Naturpark-Märkte
  • Naturpark-Genuss-Schein

Die umweltfreundliche Anreise in den Schwarzwald mit, „Fahrtziel Natur, der Kooperation von BUND, NABU, VCD und Deutscher Bahn“, sowie die kostenlose Konus – Karte vor Ort ist ein Pluspunkt für den Klimaschutz. Die Verpflegung mit regional erzeugten Produkten, die über Naturparkwirte den Gästen offeriert werden, ein weiterer. Der Verzehr von Regionalprodukten bedeutet mehr Genuss und auch einen Beitrag zum Erhalt dieser Kulturlandschaft.


Selbstgebackenes Brot
Selbstgebackenes Brot

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