Archäopark

Baden-Württemberg: Tübingen – Eiszeitkunst im Museum

„Schauen Sie jedes Stück ganz genau an. Das werden Sie hoffentlich ein Leben lang behalten,“ gibt uns Professor Conard mit auf den Weg. Ich finde die Tierfiguren unglaublich gelungen. Die Proportionen erscheinen perfekt. Auf vielen Figuren sind geheimnisvolle Zeichen, Kreuze und Linien eingeritzt. Man sieht, dass die Künstler der Eiszeit sehr genau und bewusst gearbeitet haben. Die Figurinen im Museum der Universität in Tübingen, betrachte ich lange und genau durch mein Kameraobjektiv. Sie berühren mich.

Im Mai 1931 entdeckte der Heimatforscher Hermann Mohn im Lonetal einige Feuersteinsplitter in frisch ausgeworfener Erde eines Dachsbaus. Noch im selben Jahr begann der Archäologe Gustav Riek an dieser Stelle mit Schaufel und Pickel zu graben. Zum Vorschein kam der wenige Meter unter der Oberfläche liegende Eingang der Vogelherd-Höhle. Hier fand Riek neben elf Figuren aus Mammut-Elfenbein und 910 Werkzeugen zahlreiche Artefakte, die aus der Zeit des Aurignacien stammen.

Figurine der Vogelherd-Höhle sind aus Mammut-Elfenbein und ca. 35- 40 000 Jahre alt.



Professor Nicholas J. Conard im Raum „Vogelherd“ des Lehr- und Schaumuseums der Universität Tübingen.


 

Nachuntersuchung von Professor Nicholas J. Conard. „Man findet nur, wonach man sucht und was man kennt“. Riek´s Aushub wurde in den Jahren von 2005 bis 2012 vom Institut für Urgeschichte in Tübingen unter der Leitung von Professor Nicholas J. Conard mit modernsten Methoden nachuntersucht. Dabei sind weitere Artefakte und Elfenbeinsplitter entdeckt worden. „Die Sortierarbeit hat zehn Jahre gedauert. Danach folgte ein sehr, sehr anspruchsvolles Puzzlespiel“, erläutert Professor Nicholas J. Conard

Archäopark
Archäopark
Rund um die Vogelherd Höhle wurde der neue Archäopark erstellt. Das wertvollste Stück hinter Panzerglas ist ein winziges Mammut aus Elfenbein. Der Archäopark zeigt eindrucksvoll das vergangene Leben der steinzeitlichen Jäger- und Sammler.
Rund um die Vogelherd Höhle wurde der neue Archäopark erstellt. Das wertvollste Stück hinter Panzerglas ist ein winziges Mammut aus Elfenbein. Der Archäopark zeigt eindrucksvoll das vergangene Leben der steinzeitlichen Jäger- und Sammler.

Eiszeitfigur vervollständigt

 

Mein Tipp:

  • Museum der Universität Tübingen
    Bringen Sie Zeit mit, um das Museum der Universität Tübingen und die Eiszeit- Tierfiguren im Vogelherdraum zu studieren. Das Museum ist eine Forschungs-, Lehr – und Schausammlung für Studierende und für die Öffentlichkeit. Zu sehen sind auch Funde des UNESCO-Weltkulturerbe „Pfahlbauten“ . Es lohnt sich zu kommen, auch wegen der schönen Aussicht auf Tübingen.
  • Archäopark im Lonetal
    Rund um die Vogelherd-Höhle im Lonetal wurde der Archäopark angelegt. Hier wird Wissen über eiszeitliche Jäger und Sammler interessant und lebendig vermittelt. Wie lebten die Menschen in der Steinzeit? Wie wurde Feuer gemacht? Welche Werkzeuge wurden hergestellt? Wie lebte es sich in einer Jurte? Welche Geräusche gaben Mammut und Löwe von sich? Wie rochen Wolf und Hyäne? Wie wurden die Ausgrabungen gemacht? Kinder werden zum Selber- und Mitmachen animiert und finden Antworten auf viele Fragen. Der Archäopark ist Erlebnispartner und Preisträger “ Familienfreundlicher Urlaub in Baden-Württemberg“. Besonders familienfreundliche Angebote in Baden-Württemberg finden Sie im neuen Katalog.

 

FAZ: Woher kommt der Mensch?

 

 


Mammut aus Elfenbein
Archäopark – Mammut aus Elfenbein

Mein Dank gilt Professor Nicholas J. Conard für die Informationen und für die Fotoerlaubnis in den Museem, sowie Baden-Württembergtourismus für die gute Organisation.


  1. Hallo Andreas,
    ich bin durch Facebook auf deine Seite gestoßen und bin begeistert von deinen Beiträgen
    und den phantastischen Fotos. Werde öfters mal bei die vorbeischauen. Wünsche dir noch einen Guten Rutsch ins neue Jahr 2015 und viele schöne, erlebnisreiche Reisen und tolle Fotos.

    Viele Grüße
    Pierre

    • Hallo Pierre,

      vielen Dank. Ich freue mich sehr, wenn dir mein Blog gefällt.Es gibt bald schon wieder Neuigkeiten aus dem Süden Deutschlands. Wandern, Museen besichtigen, Leute besuchen und viele neue Bilder dazu. Wünsche dir ein erfolgreiches und wanderbares neues Jahr. Tipp an alle: Deine Blogartikel sind sehr lesenswert.

      Herzliche Grüße

      Andreas

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