Dinosaurier im Museum für Naturkunde in Berlin

Berlin: Superdinos im Museum für Naturkunde

Im  Museum für Naturkunde in Berlin lässt sich die gesamte Erdgeschichte bis zum Urknall zurückverfolgen. »Je mehr ich weiß, umso mehr weiß ich, dass ich nichts weiß!« Dieses Zitat von Albert Einstein kommt mir in den Sinn und macht mich demütig. Forscher brachten mehr als 30 Millionen Exponate aus Zoologie, Paläontologie, Geologie und Mineralogie von ihren Expeditionen aus allen Kontinenten mit. Bei weitem kann nicht alles ausgestellt werden. Allein die Saurierknochen betragen 240 Tonnen. Es ist ein einzigartiges Archiv der Welt. Das altehrwürdige Museum gehört zu den bedeutendsten Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Evolution und Biodiversität. Die Exponate dienen dazu, das Leben und die Erde besser erforschen und begreifen zu können.

Museum für Naturkunde - Tyrannosaurus Rex
Foto © Andreas Riedmiller Museum für Naturkunde – Tyrannosaurus rex »Tristan«

 

Spinosaurus – Sonderausstellung im Museum für Naturkunde

Nur noch kurze Zeit ist das Skelett des weltweit einmaligen Spinosaurus in Berlin zu betrachten. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Das »Museum für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung« befindet sich an der Invalidenstraße am Berliner Hauptbahnhof.

Wir treten ins Museum ein und landen gleich im Sauriersaal. Im Lichthof des Museums stehen reihenweise Skelette und Fossilien aus der Jurazeit. Schülergruppen drängen sich um die Exponate. Die lange, schlanke Wirbelsäule von Brachiosaurus brancai reckt sich zwölf Meter in die Höhe. Brachiosaurus brancai lebte vor 150 Millionen Jahren, war harmloser Vegetarier und größtes Landtier der Erde.

Stars im Museum sind Raubsaurier aus der Kreidezeit. Spinosaurus und Tyrannosaurus rex »Tristan« waren Fleischfresser. Vor 60 Millionen Jahren fiel ein gigantischer Meteorit auf die Halbinsel Yucatan. Dieser Impact hat ein globales Massenaussterben hervorgerufen, dem auch die Dinos zum Opfer gefallen sind.

Auf Spurensuche in die Wüste

Der deutsche Paläontologe Ernst Stromer von Reichenbach machte 1910 eine Expedition in die ägyptische Wüste. Er fand fossile Überreste von Wasserschildkröten, krokodilartigen Reptilien und Dinosaurierknochen. Darunter sind Teile eines bizarren Dinos. Sein schmaler Unterkiefer hatte konische Zähne, aus der Wirbelsäule ragte ein zwei Meter hohes, knöchernes Segel heraus. Er gab dieser Art den Namen Spinosaurus aegypticus, ägyptische Dornenechse. Im Zweiten Weltkrieg wurde dieses einzigartige Exemplar mit anderen Fossilien vernichtet. Erst in den Jahren 2008 und 2009 tauchten bei einem Sammler in Marokko wieder Knochen eines Spinosaurus auf. Ein Forscherteam mit dem Berliner Paläontologen Nizar Ibrahim machte sich gleich auf den Weg in die marokkanische Sahara. Über Umwege und mit viel Glück sind hunderte weitere Fossilien sowie Knochenstücke und Zähne des Spinosaurus aufgetaucht. Die Fossilienfunde von Tieren und Pflanzen in Ägypten, in Marokko und dem Sudan belegen, dass die Sahara ein Ökosystem mit mäandrierenden Flüssen und artenreichen Mischwäldern war. Fast so wie das heutige Amazonasgebiet.

Mithilfe der neuen Funde und der Aufzeichnung von Stromer von Reichenbach gelang es, ein vollständiges Skelett von Spinosaurus am Computer zu modellieren. Damit war der ungewöhnliche Raubsaurier, der teilweise an Land und zum Teil im Wasser lebte besser zu verstehen. Die neuen Fossilienfunde werden mit anderen wertvollen historischen Objekten im Museum für Naturkunde gezeigt.

Ernst Stromer von Reichenbach, Nizar Ibrahim und Johannes Müller tragen mit ihren Forschungsergebnissen dazu bei, die Lebenswelt während der Kreidezeit besser zu verstehen. Wie in einem Riesenpuzzle werden die gefundenen Fragmente dokumentiert, restauriert und zusammengefügt. Die Forscher finden neue Erkenntnisse über die Erde, ihre Geschöpfe und sie ziehen Rückschlüsse daraus. Sie finden Antworten über ihren damaligen Lebensraum, in welchem Biotop sie lebten und wie das Weltklima war.

Superdino »Tristan«

Der zwölf Meter lange Tyrannosaurus rex »Tristan« ist Publikumsmagnet. Ich stehe mit zwei Kindern vor der Glasvitrine mit dem gut erhaltenen Originalschädel und staune. Tristan ist einer der am besten erhaltenen Saurierskelette. Mit Computertomographie, 3D Scanner und Computermodelling fühlen Wissenschaftler dem Raubsaurier auf den Zahn. So finden sie heraus, wie alt er war, welche Krankheiten und Verletzungen er zu Lebzeiten hatte, woran er starb und wie das Ökosystem und seine Lebenswelt aussah. Das Museum für Naturkunde in Berlin wurde von CNN zum bedeutendsten Dinosauriermuseum der Welt gekürt. Es ist auch internationales Kompetenzzentrum für Dinosaurierforschung geworden.

Die Natur braucht den Menschen nicht

Mein spannender Besuch in der Dinoausstellung des Museums für Naturkunde in Berlin macht mich nachdenklich. Die heutige Gattung »Moderner Mensch – Homo sapiens« existiert erst seit etwa 200 000 Jahren auf diesem Planeten. Er hat im letzten Jahrhundert, seit Beginn der Industrialisierung, so viel verändert und die Erde an vielen Stellen zu einem trostlosen Ort gemacht. Mir wird bewusst, dass viele Pflanzen- und Tierarten aussterben bevor wir sie kennenlernen können.

Im Museum für Naturkunde wird Wissen für interessierte Menschen aufbewahrt und gezeigt. Wer über längere Zeiträume der Vergangenheit Bescheid weiß, bemerkt wie schnell sich unsere Umwelt verändert. Museen sind unentbehrlich um Kinder für die Zukunft zu sensibilisieren.

Kinder ins Museum

Mitforschen Bürgerwissenschaften


Museum für Naturkunde - Spinosaurus
Foto © Museum für Naturkunde Berlin Museum für Naturkunde – Spinosaurus aegypticus – ägyptische Dornenechse.

Museum für Naturkunde
Invalidenstraße 43
10115 Berlin

Telefon: 030-2093 8591

Mein Tipp:

Anreise mit der Bahn zum Berliner Hauptbahnhof. Von hier aus sind es nur 10 Minuten zu Fuss zum Museum für Naturkunde.


Naturkundemuseum_Berlin_Amonit

 


 

  1. Mein letzter Besuch in einer Dinosaurier-Ausstellung war im Royal Ontario Museum in Toronto, und ich kann mich gut daran erinnern, wie man sich vor diesen Riesen fühlt. Da kommt man sich als Mensch ganz klein und unwichtig vor. Deine Fotos bringen diese Erinnerungen zurück.

    • Du hast recht Monika. In Bezug auf die ganze Erdgeschichte ist der Mensch gerade mal (gefühlt) eine Sekunde auf diesem Planeten. Wer darüber nachdenkt bekommt schnell einen anderen Bezug. Gruß Andreas

  2. Oh ja, das Naturkundemuseum ist toll – vor allem auch für Kinder. Ich war da allerdings das letzte Mal vor mehr als 10 Jahren. In Karlsruhe waren wir vor 2 Jahren. Das würde ich als etwa gleich gut einschätzen. Auf jeden Fall sind das für Groß und Klein spannende Reisen in die Vergangenheit!

    Lg Michael

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